Für laufende Kundenprojekte prüfen wir regelmäßig, welche Digitalisierungsförderung in Hessen gerade offen ist. Seit einigen Wochen lautet die Antwort beim bekanntesten Topf: keine. Der DIGI-Zuschuss ist im Juni 2026 ausgelaufen. Trotzdem steht auf einem großen Teil der Ratgeber-, Kammer- und Verzeichnisseiten noch „bis zu 10.000 Euro, jetzt beantragen". Wer sein Website- oder Digitalprojekt auf diese Zusage baut, plant an einer Förderung, die es nicht mehr gibt.

Kurz gesagt: Einen direkten Zuschuss allein für eine Website gibt es in Hessen derzeit nicht mehr. Was bleibt, ist ein zinsgünstiger Kredit, ein Zuschuss auf die Beratung und Projektförderung für größere Digitalvorhaben. Diese Seite hält den Stand vom 3. September 2026; die Programme sind an diesem Tag an den offiziellen Quellen gegengeprüft.

Was mit dem DIGI-Zuschuss passiert ist

Jahrelang hat der DIGI-Zuschuss Hessen Websites, Onlineshops und digitale Prozesse im Mittelstand mit 50 Prozent bezuschusst, gedeckelt bei 10.000 Euro. Für viele kleine Betriebe war das der Anstoß, ein Projekt überhaupt anzugehen, das sonst liegen geblieben wäre. Mit dem Ende der letzten Förderphase im Juni 2026 ist damit Schluss. Die WIBank schreibt dazu unmissverständlich: „Das Förderprogramm DIGI-Zuschuss ist mit Ablauf der vergangenen Förderphase im Juni 2026 beendet. Es sind keine weiteren Förderaufrufe vorgesehen.“ Ein Nachfolgeprogramm mit demselben direkten Website-Zuschuss ist nicht in Sicht. Eine Ausnahme gibt es: Wer im Zufallsauswahlverfahren bereits ausgewählt wurde, kann noch einen Antrag stellen — dann gilt die Frist aus der Zusage-E-Mail. Wer nur auf der Warteliste stand, kommt nicht mehr zum Zug.

Das ist eine unbequeme Nachricht, gerade für Betriebe, die den Zuschuss fest eingeplant hatten. Ehrlicher ist sie trotzdem, als jemanden auf einen Antrag zu schicken, der ins Leere läuft.

Warum trotzdem überall noch der alte Stand steht

Das eigentliche Problem ist nicht das Ende des Programms, sondern die Verzögerung im Netz. Verzeichnisse, ältere Blogartikel und manche Kammerseite zeigen weiter den Frühjahrsstand, als der Topf kurz offen war. Solche Seiten werden selten aktiv gepflegt; sie ranken oben, weil sie alt und verlinkt sind, während die Information darunter längst überholt ist. Für ein Unternehmen, das zum ersten Mal nach Förderung sucht, sieht das nach einer offenen Tür aus. Sie ist zu.

Eine veraltete Förderseite kostet kein Geld, solange niemand danach handelt. Sobald jemand ein Projekt darauf plant, wird sie teuer.

Was hessischen Mittelständlern 2026 wirklich bleibt

Der Werkzeugkasten für 2026 sieht anders aus als noch letztes Jahr, aber er ist nicht leer. Vier Wege sind aktuell relevant, jeder mit einem klaren Zweck und einer klaren Grenze:

KfW-Förderkredit Digitalisierung (511/512)

Zinsgünstiger Kredit über Ihre Hausbank, der Digitalisierungsinvestitionen deckt, eine Website oder einen Shop eingeschlossen, meist als Teil eines größeren Vorhabens. Im Kern ein Kredit, die Konditionen hängen von der Bonität ab. Anders als oft dargestellt steckt aber ein Zuschussanteil darin: In den Stufen 2 und 3 gibt es einen Tilgungszuschuss von 3 beziehungsweise 5 Prozent des ausgezahlten Kreditbetrags, gedeckelt bei 200.000 Euro. Für Stufe 1 setzt die KfW voraus, dass Sie vorher den kostenlosen KfW-Digitalisierungs-Check gemacht haben.

Digi-Beratung über RKW Hessen

Zuschuss auf externe Digitalisierungsberatung. Gefördert wird die Strategie und Planung rund um Ihr Vorhaben, nicht der Bau selbst. Für Betriebe, die erst einmal sortieren wollen, was sie überhaupt brauchen, ist das ein guter Hebel. Zwei Hinweise aus der Praxis: Das Landesbudget wird jährlich neu bereitgestellt und war 2025 bereits im August aufgebraucht — früh anfragen lohnt sich. Und die Angaben zu Tagewerken und Fördersatz gehen zwischen den Quellen auseinander; lassen Sie sich die aktuellen Konditionen vom RKW Hessen direkt bestätigen, bevor Sie kalkulieren.

Distr@l, Landesförderung Hessen

Zuschuss für innovative, anwendungsorientierte Digitalprojekte, verteilt auf vier Förderlinien. Gedacht eher für größere und technisch anspruchsvolle Vorhaben als für die reine Standard-Website. Wichtig für die Planung: Das Verfahren ist zweistufig, erst Projektskizze, dann Antrag bei der WIBank, und es gibt feste Einreichungstermine. Für die Förderlinien 1 und 2 sind das der 20. September und der 2. Dezember 2026, für Förderlinie 4 der 29. November 2026 und der 7. Februar 2027. Ob Ihr Projekt hineinpasst, klärt sich im Vorgespräch.

Mittelstand-Digital Zentren

Kostenlose, neutrale Beratung mit Workshops und Praxisbeispielen, bundesweit an rund 30 Standorten. Kein Geld für die Umsetzung, aber ein solider erster Orientierungspunkt, wenn Sie noch am Anfang stehen.

Was in dieser Liste fehlt, ist der eine direkte Zuschuss für eine Website, wie ihn der DIGI-Zuschuss geboten hat. Realistisch fördern lässt sich eine Website 2026 als Baustein eines größeren Digitalisierungsvorhabens, über den KfW-Kredit oder über die geförderte Beratung drumherum. Wer das von Anfang an so plant, hat bessere Karten, als wer auf die Rückkehr des alten Programms wartet.

So prüfen Sie in zwei Minuten, ob eine Förderung noch läuft

Damit Ihnen nicht dasselbe passiert wie den halb gepflegten Ratgeberseiten, hilft ein kurzer Selbsttest, bevor Sie ein Programm einplanen:

  • Suchen Sie die offizielle Quelle, nicht das Verzeichnis. Für Hessen sind das WIBank, RKW Hessen oder das zuständige Ministerium, nicht ein Ratgeberportal.
  • Achten Sie auf ein Datum. Steht kein „Stand" oder Aktualisierungsdatum auf der Seite, ist die Information mit Vorsicht zu genießen.
  • Prüfen Sie, ob es ein konkretes Antragsfenster gibt. Programme mit Aufruf-Logik sind oft nur wochenweise offen.
  • Fragen Sie im Zweifel direkt bei der Förderstelle oder einem Umsetzungspartner nach, statt sich auf eine Momentaufnahme aus dem Frühjahr zu verlassen.

Was das für Ihr Website-Projekt heißt

Ein wegfallender Zuschuss ändert die Rechnung, aber selten die Notwendigkeit. Wenn Ihre Website Anfragen bringen, Vertrauen aufbauen und bei Google gefunden werden soll, dann bleibt dieser Bedarf, ob mit Förderung oder ohne. Der Unterschied liegt in der Planung: Statt eine 10.000-Euro-Erwartung an einen toten Topf zu hängen, lohnt es sich, das Projekt so zu schneiden, dass es zu einem der noch offenen Wege passt, oder es auf Festpreisbasis sauber durchzurechnen. Wie die Rechnung ohne Zuschuss aussieht, zeigt der Ratgeber zu den Website-Kosten.

Genau an dieser Stelle setzen wir an. Wir sagen im Förder-Check ehrlich, welches der aktuellen Programme zu Ihrem Vorhaben passt, oder ob keines passt, und setzen die Website anschließend um, sobald der Weg feststeht. Kein Verkauf einer Förderung, die es nicht gibt.

Kostenloser Förder-Check für Ihr Vorhaben

In einem kurzen Gespräch schauen wir uns Ihr Projekt an und sagen Ihnen ehrlich, welcher der 2026 verbleibenden Wege realistisch passt. Der Check kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

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