Am 15. Oktober 2026 hat Google angekündigt, in seinen KI-Antworten wieder mehr Links zu zeigen. In den AI Overviews über den Suchergebnissen und im AI Mode, dem Chat-Modus der Google-Suche, sollen Links häufiger und weiter oben im Text stehen, und die Links am Ende einer Antwort bekommen Vorschaubilder und eine auffälligere Gestaltung. Das berichten unter anderem 9to5Google und die Nachrichtenagentur AFP.

Für Betriebe mit eigener Website steckt das Wichtigste in einem Test, den Google nebenbei erwähnt hat. Ganz oben in der Antwort soll ein eigener Bereich für die „ein oder zwei offiziellen Stellen im Web" erscheinen, an denen man eine bestimmte Aufgabe erledigt oder genau die Information bekommt, die man sucht. Dazu will Google erklären, warum dieser Link nützlich ist.

Kurz gefasst: Wer in Googles KI-Antworten als offizielle Seite erscheinen will, braucht für jedes häufige Kundenanliegen eine eigene Seite, auf der die Antwort als Text steht und der erste Absatz sagt, was man dort erledigt. Dazu gehören strukturierte Daten und überall dieselben Angaben, auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen.

Was Google geändert hat

  • Mehr Links im Text: Verweise auf Quellen stehen öfter und früher in der KI-Antwort.
  • Auffälligere Links am Ende: Der Bereich zum Weiterlesen bekommt Vorschaubilder und lässt sich leichter anklicken.
  • Karussell und bevorzugte Quellen: Die Artikel-Karussells unter den AI Overviews und die Funktion „bevorzugte Quellen" kommen in weitere Länder und Sprachen. Laut Google wird die Funktion inzwischen rund siebenmal so oft genutzt wie zum Start.
  • Test für offizielle Seiten: Der Bereich oben in der Antwort, für den es noch keine Länder, keine Suchanfragen und keinen Zeitplan gibt.

Warum Google das macht, ist kein Geheimnis. Nach einer Auswertung der Analysefirma Chartbeat haben Nachrichtenseiten zwischen Juli 2025 und Juli 2026 rund 40 Prozent ihrer Besuche aus der Google-Suche verloren. Wie viele Klicks die neuen Links tatsächlich bringen, veröffentlicht Google nicht.

Die offizielle Seite: Was Google damit meint

Viele Suchen haben ein klares Ziel. Jemand will beim Zahnarzt um die Ecke einen Termin buchen, wissen, was ein Website-Relaunch beim Betrieb X kostet, oder ein Angebot für eine Dachreparatur anfragen. Für solche Aufgaben gibt es meistens genau eine richtige Adresse: die Seite des Betriebs, auf der man das erledigt.

Fehlt diese Seite, oder steht die Information nur in einem PDF, einem Bild oder irgendwo auf der Startseite, greift Google zu dem, was es findet. Das ist oft ein Branchenverzeichnis oder ein Vergleichsportal, und dann geht der Klick dorthin.

Was eine offizielle Seite ausmacht

Fünf Dinge entscheiden darüber, ob Google eine Seite als die richtige Stelle für eine Aufgabe erkennt:

  1. Eine Seite pro Aufgabe. Termin buchen, Angebot anfragen, Preise, Anfahrt und Öffnungszeiten: Jede Aufgabe, die Kunden häufig erledigen wollen, bekommt eine eigene Seite mit eindeutiger Überschrift.
  2. Die Antwort steht im Text. Preise, Leistungen und Ablauf stehen als lesbarer Text auf der Seite, nicht nur in einem PDF oder Bild.
  3. Der erste Absatz sagt, was man hier erledigt. Google will erklären, warum ein Link nützlich ist. Ein Satz wie „Hier buchen Sie Ihren Termin in der Praxis Offenbach-Mitte, auch kurzfristig" liefert diese Erklärung gleich mit. Wie man Antworten so formuliert, dass Suchmaschinen sie übernehmen, beschreibt unsere Seite zu AEO.
  4. Strukturierte Daten. Angaben zu Betrieb, Leistungen und Öffnungszeiten als Schema-Markup machen für Google eindeutig, wem die Seite gehört und was sie anbietet.
  5. Überall dieselben Angaben. Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen stimmen auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in den Verzeichnissen überein. Widersprüche machen eine Seite für Google weniger eindeutig als offizielle Quelle.
Laptop auf einem hellen Schreibtisch mit einer schlichten Terminbuchungsseite, Kalender, freie Uhrzeiten und ein blauer Buchungsknopf

Eine Seite, eine Aufgabe: Wer hier landet, weiß sofort, was er tun kann. Bild KI-generiert.

Was wir bei unserer eigenen Website gesehen haben

Ende September haben wir 20 typische Fragen rund um Webdesign im Rhein-Main-Gebiet durch die Google-Suche laufen lassen. Bei 14 davon zeigte Google ein AI Overview. Ventas Webdesign wurde dort nur bei den drei Fragen genannt und verlinkt, in denen unser Name schon vorkam. Bei den Fragen nach einer Agentur in einer bestimmten Stadt oder für eine Branche stützte sich Google häufig auf Branchenverzeichnisse und Vergleichsportale.

Für uns hieß das zweierlei: Die Seiten für einzelne Leistungen und Branchen müssen klarer zeigen, was man dort bekommt, und die Einträge in Verzeichnissen gehören zur Website dazu, weil die KI-Antworten sie als Quelle nutzen.

Und ChatGPT?

Auch bei ChatGPT reicht ein gutes Google-Ranking allein nicht. Eine Studie, die am 11. Oktober 2026 auf der Plattform arXiv erschienen ist, hat die Websuche von ChatGPT über mehrere Modellversionen beobachtet. Drei Ergebnisse sind für Unternehmen interessant:

  • Gefunden zu werden heißt noch nicht, zitiert zu werden. ChatGPT sucht erst Kandidaten und wählt dann aus, welche es nennt.
  • Seiten, die bei wiederholten Anfragen öfter gefunden werden, werden auch öfter zitiert.
  • Google-Ergebnisse und die Suchschnittstelle von OpenAI zusammen erklären nur etwa ein Viertel der Adressen, die ChatGPT am Ende zitiert.

Die Autoren empfehlen deshalb, nicht nur auf einzelne Seiten zu schauen, sondern darauf, wie präsent ein Unternehmen insgesamt ist, mit seiner Domain und als Name. Was das praktisch bedeutet, steht auf unserer Seite Was ist GEO?

Was noch offen ist

Den Bereich für offizielle Seiten testet Google bisher nur. Für welche Suchen er kommt, in welchen Ländern und ab wann, hat Google nicht gesagt, und ob er in Deutschland zuerst bei Arztpraxen, Handwerkern oder Behörden auftaucht, ist reine Spekulation. Die Grundlagen, wie AI Overviews bei lokalen Suchen arbeiten, haben wir in Google AI Overviews für den Mittelstand beschrieben.

Unabhängig vom Test lohnt sich die Arbeit an den fünf Punkten oben trotzdem. Eine Seite, die eine Aufgabe klar löst, bringt heute schon Anfragen, über die normale Suche genauso wie über die KI-Antworten.

Erkennt Google Ihre Website als offizielle Seite?

Der Website-Check zeigt, welche Seiten für Ihre häufigsten Kundenanliegen fehlen und wo Angaben auf Website, Google-Profil und Verzeichnissen auseinanderlaufen.

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Häufige Fragen

Was hat Google am 15. Oktober 2026 an den KI-Antworten geändert?

Google zeigt in AI Overviews und im AI Mode mehr Links, setzt sie weiter nach oben und gestaltet die Links am Ende auffälliger. Außerdem testet Google einen eigenen Bereich für offizielle Seiten, auf denen man eine bestimmte Aufgabe erledigt.

Was ist eine offizielle Seite im Sinne von Google?

Eine Seite, auf der man eine konkrete Aufgabe direkt erledigt oder die genaue Information bekommt, etwa einen Termin buchen oder Preise nachlesen. Für einen Betrieb ist das in der Regel die passende Unterseite der eigenen Website.

Gibt es die bevorzugten Quellen auch in Deutschland?

Ja. Seit Ende April 2026 funktioniert die Funktion in allen Sprachen. Nutzer können dort Websites markieren, die Google ihnen bevorzugt zeigen soll. Sie betrifft vor allem Nachrichten und Ratgeber.

Was kann ein Betrieb sofort tun?

Prüfen, ob es für die drei häufigsten Kundenanliegen je eine eigene Seite gibt, ob die Antwort dort als Text steht und ob Name, Adresse und Leistungen auf Website, Google-Profil und Verzeichnissen übereinstimmen.