Die neue Website ist online, und das Erste, was fast jeder macht: den eigenen Firmennamen bei Google eingeben. Steht dort nichts, ist die Sorge groß. Meistens ist nichts kaputt. Google hat die Seite einfach noch nicht gefunden oder noch nicht in den Index aufgenommen, und das braucht Zeit, die man nur zum Teil beeinflussen kann.
Google selbst schreibt, dass das Crawlen einer Seite nach einer Anfrage einige Tage bis einige Wochen dauern kann. Eine Garantie, dass eine Seite überhaupt aufgenommen wird, gibt es nicht. Was Sie tun können, ist dafür sorgen, dass Google Ihre Seiten findet, lesen darf und einen Grund hat, sie anzuzeigen. Dafür reichen fünf Schritte.
Kurz gefasst: Prüfen Sie in der Search Console, was Google kennt, statt per „site:“-Suche zu raten. Reichen Sie eine Sitemap ein, suchen Sie nach vergessenen Sperren aus der Bauphase und verlinken Sie jede wichtige Seite von anderen Seiten aus. Wer lokal gefunden werden will, braucht zusätzlich ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil.
1. Prüfen, was Google von Ihrer Website kennt
Viele tippen „site:ihre-domain.de“ in die Google-Suche und zählen die Treffer. Als grober Blick taugt das, als Prüfung nicht: Google schreibt in der eigenen Dokumentation, dass die Liste nicht immer vollständig ist und auch indexierte Seiten darin fehlen können. Wer sich darauf verlässt, sucht womöglich einen Fehler, den es nicht gibt.
Verlässlich ist die URL-Prüfung in der Google Search Console. Sie geben eine Adresse ein und sehen, ob die Seite im Index ist, wann Google sie zuletzt besucht hat und ob beim Abruf etwas schiefging. Dafür brauchen Sie die Search Console, und damit sind wir beim zweiten Schritt.
2. Die Search Console einrichten
Die Search Console ist kostenlos und das einzige Werkzeug, in dem Google direkt sagt, wie es Ihre Website sieht. Beim Einrichten wählen Sie zwischen zwei Arten von Property. Die Domain-Property deckt alle Varianten Ihrer Adresse ab, mit und ohne www, http und https; bestätigt wird sie über einen TXT-Eintrag im DNS Ihrer Domain. Die URL-Präfix-Property gilt nur für genau eine Schreibweise und lässt sich auch über eine hochgeladene Datei oder ein Meta-Tag bestätigen.
Wenn möglich, nehmen Sie die Domain-Property. Den DNS-Eintrag setzt, wer Ihre Domain verwaltet, oft der Hoster.
Ein Punkt, der beim Agenturwechsel regelmäßig Ärger macht: Legen Sie die Property in Ihrem eigenen Google-Konto an und geben Sie Dienstleistern dort Zugriff als Nutzer. Liegt sie im Konto der Agentur, fehlen Ihnen nach einer Trennung die gesammelten Daten der letzten Monate.
3. Eine Sitemap einreichen
Eine Sitemap ist eine Liste aller Adressen Ihrer Website in einer Datei, meist unter /sitemap.xml. Google findet Seiten auch ohne sie über Links, aber gerade bei einer neuen Website oder nach einem Umzug hilft die Liste, weil es noch kaum Links von außen gibt. WordPress erzeugt seit Version 5.5 selbst eine Sitemap, viele andere Systeme über eine Erweiterung.
Eingereicht wird sie in der Search Console unter „Indexierung“ und dann „Sitemaps“. Nach einigen Stunden bis Tagen sollte dort „Erfolgreich“ stehen, dazu die Zahl der gefundenen Seiten. Weicht diese Zahl deutlich von der Zahl Ihrer Seiten ab, lohnt ein Blick in die Datei selbst: Fehlen Seiten, oder stehen dort alte Adressen, die es nicht mehr gibt?

Die häufigste Ursache bei neuen Websites ist eine Sperre aus der Bauphase, die beim Livegang stehen geblieben ist. Bild KI-generiert.
4. Nach vergessenen Sperren suchen
Während eine Website gebaut wird, soll Google sie nicht sehen. Dafür gibt es mehrere Wege, und jeder davon kann nach dem Livegang aus Versehen stehen bleiben:
- ein „Disallow: /“ in der robots.txt, das Google das Lesen der ganzen Seite verbietet,
- ein „noindex“ im Seitenkopf, bei WordPress oft durch das Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ unter Einstellungen und Lesen,
- ein Passwortschutz oder Wartungsmodus, der Besucher und Google gleichermaßen aussperrt.
Welche Seiten Google aus welchem Grund nicht aufnimmt, zeigt der Bericht „Seiten“ unter „Indexierung“. Dort stehen Gründe wie „Durch robots.txt-Datei blockiert“ oder „Durch ‚noindex‘-Tag ausgeschlossen“. Zwei Meldungen sehen dort bedrohlich aus und sind bei jungen Websites trotzdem häufig: „Gefunden - zurzeit nicht indexiert“ heißt, Google kennt die Adresse, war aber noch nicht dort; „Gecrawlt - zurzeit nicht indexiert“ heißt, Google hat die Seite gelesen und vorerst nicht aufgenommen. In beiden Fällen ist nichts gesperrt.
Wenn die robots.txt auf dem Server längst freigibt und Google trotzdem eine Sperre meldet, steckt meist ein Zwischenspeicher dahinter. Wie man das auflöst, haben wir an einem Relaunch im Taunus beschrieben: Neue Website live, und Google sagt: durch robots.txt blockiert.
5. Google einen Grund geben, Ihre Seiten zu zeigen
Ist die Technik sauber, entscheidet der Inhalt. Drei Dinge helfen am meisten.
Jede wichtige Seite verlinken
Eine Leistungsseite, auf die keine andere Seite verweist, findet Google schwer und hält sie für unwichtig. Verlinken Sie neue Seiten aus der Navigation, von der Startseite oder aus thematisch passenden Texten, mit einem Linktext, der sagt, worum es geht. „Badsanierung in Offenbach“ ist ein guter Linktext, „hier klicken“ nicht.
Die Wörter Ihrer Kunden benutzen
Seitentitel und Überschrift sind die stärksten Hinweise darauf, wofür eine Seite steht. „Willkommen auf unserer Website“ sagt Google nichts. „Elektriker in Offenbach: Installation, Wallbox, E-Check“ beschreibt genau, wonach Menschen suchen. Welche Begriffe das bei Ihnen sind, zeigt die Search Console nach ein paar Wochen im Bericht „Leistung“.
Lokal: das Google-Unternehmensprofil
Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet zählt der Kartenbereich oft mehr als die normalen Suchergebnisse. Dort erscheint nur, wer ein bestätigtes Google-Unternehmensprofil hat. Hinterlegen Sie dort die Website, die richtige Hauptkategorie und überall dieselbe Schreibweise von Name, Adresse und Telefonnummer. Was Sie dafür heute selbst erledigen können, steht auf unserer Seite zur SEO-Agentur in Offenbach.
Und Bing? Für KI-Antworten nicht unwichtig
Bing hat in Deutschland einen kleinen Marktanteil, ist aber trotzdem relevant: Microsoft Copilot sucht im Bing-Index, und auch die ChatGPT-Suche greift unter anderem auf Bing zurück. Die Bing Webmaster Tools können Ihre Website samt Sitemap direkt aus der Search Console übernehmen, die Einrichtung dauert dann wenige Minuten. Was darüber hinaus für die Sichtbarkeit in KI-Antworten zählt, erklärt die Seite Was ist GEO?.
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Website-Check anfordern →Was Sie sich merken sollten
- Die „site:“-Suche ist kein Indexierungstest. Die URL-Prüfung in der Search Console ist einer.
- Legen Sie die Search Console in Ihrem eigenen Google-Konto an, nicht in dem Ihrer Agentur.
- Nach jedem Livegang zuerst nach robots.txt-Sperren, noindex und Passwortschutz suchen.
- „Gefunden“ oder „Gecrawlt - zurzeit nicht indexiert“ ist keine Sperre, sondern meist eine Frage von Zeit und internen Links.
- Eine Indexierung mehrfach zu beantragen bringt nichts. Google schreibt, dass es dadurch nicht schneller geht.
Wenn ohnehin ein Neubau ansteht, gehört all das in den Ablaufplan des Livegangs. Wie wir das bei einem Relaunch angehen, steht auf der Seite Website-Relaunch; was danach an laufender Suchmaschinenarbeit kommt, unter SEO-Agentur Rhein-Main. Fachbegriffe aus diesem Artikel, von Crawler bis noindex, erklärt unser Glossar.

